Veröffentlicht: 05.01.2011 unter aus dem Ortsverein, SPD-Bürgerstammtisch

SPD-Bürgerstammtisch: “Die Folgen der Gesundheitsreform der Schwarz-Gelben Bundesregierung”

Der Wernigeröder SPD-Ortsverein lädt am 10. Januar zu seinem öffentlichen traditionellen (natürlich rauchfreien) Bürgerstammtisch im Saal des „Alten Amtshauses“ am Burgberg Ecke Burgstraße alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Die Sozialdemokraten beschäftigen sich mit den Folgen der von der CDU-FDP-Bundesregierung beschlossenen und seit dem 1. Januar gültigen Reform des Gesundheitswesens. Die Beiträge steigen – jedoch zukünftig nur noch für die Arbeitnehmer und Angestellten, es sollen im Voraus die medizinischen Leistungen der Ärzte durch die Patienten bezahlt werden und Fachleute sprechen von der Schaffung einer Dreiklassenmedizin. Was ist von der Gesundheitsreform zu halten? Kompetenter Gast und Diskussionspartner wird Dr. Matthias Bosse, praktizierender Arzt in Wernigerode, sein.

Beginn der Veranstaltung ist wie immer um 19 Uhr.

Veröffentlicht: 09.01.2011 unter SPD-Bürgerstammtisch

Wohnen in Wernigerode

  

Zum allmonatlichen öffentlichen Bürger- stammtisch hatten die Wernigeröder Sozialdemokraten die Geschäftsführerin der städtischen Gebäude- und Wohnungsbau GmbH (GWW), Frau Kirsten Fichtner zu Gast. Die Wohnungswirtschaft im Spannungsfeld zwischen notwendiger Aufwertung, Leerstand infolge sinkender Bevölkerungszahlen und Bezahlbarkeit für jeden Geldbeutel war das Thema. Bekannt ist, dass sich die GWW  seit Jahren erfolgreich bemüht, die Wohnbedingungen für ihre  Mieterinnen und Mietern schrittweise zu verbessern. Projekte der jüngsten Zeit sind die Sanierung von 50 Wohnungen im Kastanienwäldchen, deren Fassaden  der bekannte Künstler Otmar Alt gestalten wird, oder die nach modernem Energiestandard sanierten Wohnungen am Seigerhüttenweg. Ein Schwerpunkt in den nächsten Jahren muss die weitere Aufwertung des Wohngebietes Stadtfeld sein. Neben der Sanierung von Wohnblöcken nach einem preisgekrönten Entwurf stehen der Aufbau eines Quartiermanagements und weitere Verbesserun-gen des Wohnumfeldes auf der Vorhabenliste. Zu deren Realisierung sind allerdings Fördermittel notwendig. Schon begonnen wurde zusammen mit jungen Leuten nach deren Ideen und Vorschlägen die Aufwertung des Skaterplatzes in Angriff zu nehmen.
Sorgen macht der GWW der hohe Anteil an Menschen unter ihren Mietern, die von geringen Löhnen und Renten und/oder von Sozialleistungen leben müssen. Diese, da waren sich die diskussionsfreudigen Gäste des Bürgerstammtischs einig, dürfen sich nicht ausgegrenzt oder in geringwertige Wohnungen abgeschoben fühlen. Es muss Lösungen geben, dass von der Kommunalen Beschäftigungsagentur angemessene Mietkosten auch von energetisch und altersgerecht sanierten Wohnungen übernommen werden.
Der sozialdemokratische Landtagskandidat und Stadtrat Siegfried Siegel lobte die sozial engagierte Arbeit der GWW und sagte ihr seine Unterstützung zu. Er kritisierte die deutliche Kürzung der Städtebaumittel durch die Schwarz-Gelbe Bundesregierung, die solche Aufwertungsanstrengungen wie die in Wernigerode geplanten torpedieren.

Veröffentlicht: 16.01.2011 unter aus dem Ortsverein, SPD-Bürgerstammtisch

SPD gegen Dreiklassenmedizin

Siegfried Siegel, Wernigeröder Stadtrat und sozial- demokratischer Landtagskandidat für den Harz, kündigte den öffentlichen Bürgerstammtisch der SPD moderierend schon zu Beginn der Veranstaltung an: Das Thema Gesundheitspolitik ist schwierig – aber das, was die CDU-FDP-Bundesregierung hier als Reform verkaufen will, ist Lobbypolitik, bei der der Patient auf der Strecke bleibt.” Dem stimmte der kompetente Gesprächspartner, der praktizierende Arzt Dr. Matthias Bosse aus Wernigerode zu. Er bezeichnete die Gesundheitsreform des FDP-Ministers Rößler als “billige Nummer”, da “nur die Beiträge erhöht werden und neue Ungerechtigkeiten im System geschaffen werden, wie das Einfrieren des Arbeitgeber-Beitrages in der Krankenversicherung.” Mit Blick auf die SPD-Vorgängerin im Amt des Gesundheitsministers ergänzte Dr. Bosse: “Ulla Schmidt hatte viele Kritiker, aber eines muss man ihr zugestehen: Handwerklich hat sie eine gute Arbeit gemacht.” Wie schwierig das Thema als solches ist, sah man auch an den Akten und Unterlagen, die vor Siegfried Siegel und Dr. Bosse auf dem Tisch lagen. Gleichwohl betonten die Gäste des Stammtischs, dass sie das SPD-Konzept von einer Bürgerversicherung, in die alle einzahlen und die alle Einkommensarten, also auch Zins- und Mietgewinne berücksichtigt, favorisieren. Siegfried Siegel zitierte eine Studie, dass nach der Einführung einer Bürgerversicherung die Beiträge für die Krankenversicherung sogar um 2,2% sinken würden. Dem stimmte Dr. Bosse zu und ergänzte, dass auch im System selbst große Einsparungsmöglichkeiten herrschen: “Laut OECD-Bericht hat Deutschland die meisten Krankenhausbetten pro Kopf und die höchste Liegezeit von Patienten – das sind erhebliche Kosten. Außerdem sollten noch viel mehr Kassen fusionieren, zurzeit haben wir doch einen Wettbewerb z.B. zwischen AOK und Barmer wie früher zwischen HO und Konsum”, warb der Arzt für einen qualitativen und nicht einen Prämien-Wettbewerb zwischen den Kassen – ohne diesen jedoch “den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen”. Selbstkritisch nahm er auch seinen Berufsstand nicht aus: “Während in Schweden ein Arzt 19 Minuten Zeit hat für ein (bezahltes) Patientengespräch sind es in Deutschland nur 8 Minuten. Da werden viel zu oft und zu schnell kostenintensive Überschreibungen ausgestellt, anstatt sich eben über die 8 Minuten hinaus mal mit dem Patienten intensiver zu befassen”, so Dr. Bosse, dessen guter Ruf als Arzt ihm bekanntermaßen stets eine volle Praxis beschert – doch nicht nur von Patienten: “Heute war eine Pharmavertreterin bei mir, die ein neues teures Blutgerinnungsmittel anpries, das nach Operationen, wie dem Einsetzen eines Stents, 20% weniger Komplikationen verspricht. Ich sagte zu ihr: Wenn diese Patienten drei bis viermal die Woche eine Stunde wandern würden, hätten wir 50% weniger Komplikationen”, wies Dr. Bosse auch auf die Selbstverantwortung der Patienten hin. Die Gäste der Veranstaltung stimmten abschließend Siegfried Siegel zu, als dieser für das Konzept der SPD warb und sagte, dass das Ideal für die Sozialdemokraten die Aussage ist: “Wenn Du krank bist, wirst Du nicht arm – und wenn Du arm bist, wirst Du nicht krank”.