Veröffentlicht: 30.05.2014 unter Leserbriefe

Leserbrief zur EU-Wahl

Das großartige Projekt eines gemeinsamen Europa, spätestens seit der Zeit der Aufklärung der Traum von einem gleichberechtigten und friedlichen zusammenwachsen der Länder, hat durch das Wahlergebnis in etlichen Staaten einen hoffentlich nur kurzzeitigen Rückschlag erlitten. Sogenannte Euro-Skeptiker, Euro-Kritiker und Euro-Gegner werden im neuen Europa-Parlament beweisen, dass sie unfähig sind, die unbestritten vorhandenen Probleme in Europa im Sinne der Menschen zu lösen. Schon 1932 sagte der Sozialdemokrat Kurt Schumacher in Bezug auf Wahlergebnisse der Nazis, dass diese es geschafft hätten, die “absolute menschliche Dummheit mobil zu machen”, weil deren “Programm ein ständiger Appell an den inneren Schweinehund” sei. Diese drastische Aussage hat auch heute noch ihre Gültigkeit: Rechtskonservative Parteien säten im Vorfeld der EU-Wahlen Misstrauen und Missgunst, Rechtsradikale Gruppen säten Angst und Neid und Rechtsextreme säten Hass und Zwietracht. All dies fiel in manchen Gegenden Europas leider auf fruchtbaren Boden.

Ralf Mattern, Wernigerode

Veröffentlicht: 24.05.2014 unter Leserbriefe

Leserbrief zum Thema “Ukraine”

Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, wie präzise die hier veröffentlichten Leserbriefautoren in der Lage sind, „Schuldige“ in der Ukraine-Krise präzise zu benennen, obwohl sie, die weit weg vom Geschehen lediglich einige Berichte über den Konflikt kennen können, doch eigentlich wissen müssten, dass das erste, was in derartigen Krisen auf der Strecke bleibt, die veröffentlichte Wahrheit ist. Unabhängig davon erlauben es die gezeigten Bilder und die publizierten Interviews jedoch feststellen zu können, dass sich auf beiden Seiten offenbar auf Befehl oder mit Billigung von interessierten Hintermännern und -frauen Faschisten, Rechtsextremisten, Intellektuell minder Befähigte und Hooligans uniformiert und bewaffnet haben und den Fortgang der Ereignisse zu bestimmen scheinen. Diese krude Mischung aus tumbem Nationalismus und dumpfen Militarismus, gepaart mit fehlender Empathie ist in der Lage, (bisher friedlich nebeneinander lebende) Nachbarn gegenseitig aufzuhetzen. Es bleibt zu hoffen, dass Ukrainer und Russen den Nationalisten in ihren Reihen eine Abfuhr erteilen – andernfalls erleben wir möglicherweise einen neuen Bürgerkrieg, ähnlich dem der 90-er Jahre in Jugoslawien.

Ralf Mattern, Wernigerode

Veröffentlicht: 28.04.2014 unter Leserbriefe

Leserbrief zur Äußerung von Frank Bothe in der Volksstimme vom 16.4. zum Thema “Klimaschutz”

Es ist schon erstaunlich: Das Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit hunderter hochkarätiger Wissenschaftler wird von Herrn Bothe mit einem Federstrich als „Unfug“ bezeichnet. Da stellt man sich doch die Frage: Welche Informationen nutzt der Leserbriefautor für seine Erkenntnisse? Welche wissenschaftlichen Leistungen befähigen ihn, sich aus Halberstadt meldend, den Ergebnissen aus jahrelangen Forschungen der Wissenschaftselite der Welt Sinn und Schlussfolgerungen abzusprechen? Lebt in unserer Mitte ein Genie, gegen das Nobelpreisträger Azubis sind? Oder sind die in der Volksstimme immer wieder veröffentlichten Verlautbarungen des Herrn Bothe zu den Themen Erderwärmung und Energiewende einfach nur laienhafter Quatsch?

Ralf Mattern, Wernigerode

Veröffentlicht: 10.03.2014 unter Leserbriefe

Leserbrief zur Nominierung des “Finkenschlagens”

Die Nominierung des „Finkenschlagens“ als Kandidat für das immaterielle Weltkulturerbe durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalts war mit Sicherheit kein guter Tag für Tierfreunde und Tierschützer. In der Berichterstattung über diese „Tradition“ vermisse ich nämlich stets den Hinweis, dass – nicht „vor Jahrhunderten“ sondern vor knapp zehn Jahren – die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die Finker führte und zwar einstellte, aber Mindestgrößen für die Käfige und Volieren für die gefangenen Vögel verlangte. Das führte dazu, dass etliche Finker dieses “Hobby” einstellten. Festzuhalten bleibt: Selbst wenn Dompfaff, Zeisig und Buchfink als Zuchttiere in den Käfigen der sich selbst so bezeichnende Finken“freunde“ geschlüpft sind, demzufolge nie die Freiheit kennenlernen und ihren Instinkten nie werden folgen können, bleiben sie eben Wildvögel. Sie werden auch in der 20. Generation nicht zum Wellensittich. Eine sogenannte „Tradition“, die unter Beobachtung der Justiz stand oder steht, gereicht unserer Region sicher nicht zur Ehre. Schade, dass es die Finken“freunde“ nicht mal versuchen, selbst so zu singen und zu zwitschern wie die von ihnen gefangen gehaltenen Vögel. Das wäre doch mal die Gründung einer Tradition, die man guten Herzens unterstützen könnte.

Ralf Mattern, Wernigerode