Veröffentlicht: 04.07.2009 unter SPD-Bürgerstammtisch

SPD-Bürgerstammtisch im Juli 2009

“Klön-Stammtisch”
Erfahrungs- und Gedankenaustausch zwischen den Genossen, Genossinnen und den Bürgern.

Veröffentlicht: 25.06.2009 unter Leserbriefe

Leserbrief vom 25. Juni 2009 (veröffentlicht)

Man muss einigen der Leserbriefschreibern beipflichten, wenn sie zweifelnd fragen, wie Besuchern in Zoos Lebensräume von großen Wildtieren nachempfinden sollen, wenn diese Tiere zumindest im Winter in gefliesten Hallen stehen oder apathisch herumliegen müssen. Abgesehen davon, dass man hier wohl kaum von „artgerechter Haltung“ sprechen kann, stellen sich allerdings in Zeiten der Existenz von „Safariparks“, des Internets, vierzig empfangbarer Fernsehkanäle und einer Vielzahl von Dokumentationen auf VHS, DVD und in Buchform die grundsätzlichen Fragen, ob sich zum Einen ein Zoo im 21. Jahrhundert noch immer die gleichen Ziele stellt, wie einhundert Jahre zuvor, als die Menschen exotische Tiere (und deren Lebensweise) nur vom Hörensagen kannten und zum Anderen wie „sinnvoll“ ein Tiergehege einer Großstadt (und das gilt nicht nur für Magdeburg) speziell zum Beispiel das ausgeprägte Wanderverhalten frei lebender Elefanten „nachstellen“ kann. Wenn die im Zoo gehaltenen (Wild)-Tiere allerdings lediglich zur Belustigung der zahlenden Kundschaft dienen (Zoodirektor Perret hatte in der Vergangenheit die „Neuerungsidee“ namens „Tierisch nah“, bei der man Elefantenrüssel anfassen sollte, warum nicht demnächst den – hoffentlich “rassereinen” – Löwen mal einen lustigen „Haarschnitt“ verpassen oder als anderen Gag ein paar Riesenschlangen verknoten lassen?) begibt sich ein Zoo in der Tat auf das Niveau eines Jahrmarkts. Dabei gäbe es tatsächlich interessante und sinnvolle Aufgaben für ein Tiergehege: Allein in Deutschland sind fast 100 “Nutztier”-Rassen in ihrem Bestand als “gefährdet” oder “extrem gefährdet” eingestuft. Vor dem 2. Weltkrieg gab es z.B. in Bayern etwa 34 Rinderrassen – jetzt sind es noch fünf (Quelle: Greenpeace)! Man züchtete “Hochleistungstiere”, die zu einer Verengung der Erbanlagen führten. Der Tierpark “Arche Warder” bei Neumünster hat sich 70 seltener “Nutztier”-Rassen (ob Esel, Pferd, Gans, Rind, Schwein, Ziege, Schaf oder Huhn) angenommen. Ist dies nicht eine sinnvollere Bewahrung vom Aussterben bedrohter Tiere, als die niemals zu einer Auswilderung fühende Zucht von exotischen Wildtieren, deren Lebensraum der Mensch längst zerstört (hat)?

Ralf Mattern

Veröffentlicht: 05.06.2009 unter SPD-Bürgerstammtisch

SPD-Bürgerstammtisch im Juni 2009

Ludwig Hoffmann“Freude über gutes Wahlergebnis”
Einen Tag nach der für die Wernigeröder Sozialdemokraten außerordentlich erfolgreichen Wahl zum Stadtrat war die Wahlauswertung Thema des traditionellen Stammtisches.

Ortsvereinsvorsitzender Ludwig Hoffmann freute sich, dass die SPD von allen Parteien den größten Zuwachs an Stimmen – nämlich um 7,3, % oder 3 Sitze im Stadtrat gegenüber 2004 – erzielt hat. Damit erreichte sie wieder einen ähnlichen Stimmenanteil wie 1994 und 1999. Ein engagierter Einsatz der KandidatInnen und Mitglieder der SPD für ein gutes Programm führte zu diesem Erfolg. Mit Blick auf die Nachbarstädte und das ganze Land gehört dieses Wahlergebnis zu den Besten für die SPD. In der Mehrzahl der Wahlbezirke war die SPD die stärkste Partei, aber es gab auch enttäuschende Ergebnisse, wie z. B. in Silstedt oder Schierke.

Das SPD-Wahlergebnis ist zuerst den “Lokomotiven” Rainer Schulze und Prof. Armin Willingmann zu verdanken. Sie erhielten fast die Hälfte aller für die SPD abgegebenen Stimmen. Rainer Schulze ist der mit Abstand meist gewählte Kandidat. Herzlichen Glückwunsch ! Groß ist aber auch die Freude über eine gute Mischung zwischen langjährig tätigen und neuen StadträtInnen.

Während die CDU exakt den gleichen Stimmenanteil wie 2004 erreichte, büßten die LINKEN in Wernigerode erstmals deutlich ein.

Das gute Abschneiden bei der Wahl ist kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Vor allem war die Wahlbeteiligung von 40,2 % enttäuschend. Deshalb drehte sich die Diskussion um viele Ideen, wie man bei mehr Menschen das Interesse an der Politik vor Ort wecken kann. Die Runde war sich einig, dass die SPD auch im neuen Stadtrat zu der bewährten sachorientierten Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg steht. Es gibt allerdings eine scharfe Abgrenzung, nämlich zur demokratiefeindlichen NPD, die leider knapp den Einzug in den Stadtrat schaffte.

Die Wernigeröder Sozialdemokraten danken allen ihren WählerInnen für das Vertrauen und den zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für die verlässliche Wahlorganisation !

gez. Ludwig Hoffmann
Ortsvereinsvorsitzender

Veröffentlicht: 04.05.2009 unter SPD-Bürgerstammtisch

SPD-Bürgerstammtisch im Mai 2009

SPD-Bürgerstammtisch im Mai 2009“Unsere heimatlichen Naturressourcen”
Ein heißes Eisen fassten die Wernigeröder Sozialdemokraten bei ihrem öffentlichen allmonatlichen Bürgerstammtisch an: Das Spannungsfeld zwischen Tourismus und Naturschutz. Kompetente und aussagefähige Gesprächspartner standen den etwa zwei Dutzend Gästen zu Verfügung: Sylke Möser vom Nationalpark Harz, Michael Hartung vom Harzclub – beide kandidieren auf der SPD-Liste für den Stadtrat – und Steffen Meinecke von den Stadtwerken Wernigerode. Sylke Möser leitete mit einem interessanten Vortrag den Abend ein und stellte das Profil des Nationalparks vor. Dass täglich etwa 125.000 Gäste im Harz sind und der sich tourismusbedingte Gesamtumsatz bei etwa 1,4 Milliarden Euro jährlich bewegt waren Zahlen, die nicht jeder kennt. Sylke Möser beschrieb das Konzept der Nachhaltigkeit, nämlich dass die Nutzung eines erneuerbaren Systems in einer Weise erfolgt, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann. Wie Nachhaltigkeit früher definiert wurde, verdeutlichte die Schierkerin mit einem Zitat des Begründers der wissenschaftlichen Forstbewirtschaftung Hans Dietrich von Zanthier: „Es ist gewiss, dass kein Mensch bloß für sich, sondern auch für die Nachkommenschaft leben muss“. SPD-Vorstandsmitglied und Moderator Rolf Harder fand, dass der etwa 300 Jahre alte Spruch „auch ein gutes Motto für die Sozialdemokraten sein könnte“. Mit interessanten Zahlen zum Wasserkraftwerk Steinerne Renne konnte Steffen Meinecke aufwarten: Dort werden jährlich eine Million Kilowattstunden Strom naturschonend erzeugt. „Damit könnten wir 500 Haushalte versorgen, leider sind es bislang nur gut zwei Dutzend, die hiesigen Ökostrom nutzen“, so der Fachmann. Er verriet außerdem, dass im Kraftwerk demnächst zwei Ferienwohnungen und ein kleiner Saal fertig gestellt werden und angemietet werden können. Michael Hartung erläuterte anschließend wissenswertes zum Harzclub: Die 165 Wernigeröder Mitglieder kümmern sich zurzeit um die Entbuschung der Orchideenwiese Richtung Darlingerode, pflanzten vom Geld, dass sie für den Wernigeröder Umweltpreis bekamen, 500 Ahornbäume und setzten zwei große Sitzgruppen. „Der Umweltschutz, das Brauchtum und die Wegepflege sind neben dem Wandern unsere Schwerpunkte“, betonte der Benzingeröder. In der anschließenden Diskussion lobte Bernd Minnich die gute Zusammenarbeit des Harzgebirgslaufvereins mit dem Nationalpark, stimmte aber auch SPD-Stadtrat und Bergwächter Siegried Siegel zu, der die oft rücksichtslosen Mountain-Biker als „größte Unfallquelle“ kritisierte. Zur Sprache kam auch der Wegebau. Für Siegfried Siegel sind zerstörte Waldwege „kein Aushängeschild für unsere Stadt“, Michael Hartung verwies auf die Vielzahl der vom Harzclub in Ordnung gehaltenen offiziellen Wanderwege und Sylke Möser erklärte, dass nach Naturereignissen, wie dem Orkan Kyrill das Holz „so schnell wie möglich, ohne Rücksicht darauf, ob die Wege nass sind, aus dem Wald muss“. Bei einem Anteil von 80% borkenkäferanfälliger Fichten am Harzwald muss es gleichwohl zukünftig zu einer „Mischbestockung“ kommen, also ein Mischwald aufgeforstet werden, „nur so sind großflächige Schadereignisse ausgeschlossen“. SPD-Stadtrat Robert Marhold verwies in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass es die SPD im Stadtrat war, die darauf drängte, den Stadtwald zu behalten. Auch wenn sich der Stadtwald und das Wegenetz nicht kostenneutral betreiben lassen, wird die Bedeutung unseres Waldes, ob für den Tourismus oder als zukünftiger Energielieferant, zukünftig noch wachsen, waren sich die Stammtischgäste einig.