Veröffentlicht: 23.07.2010 unter aus dem Ortsverein, Leserbriefe

Eine Buchempfehlung

Heinz Bude – Die Ausgeschlossenen
Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft

Im Rahmen der Landesdelegiertenkonferenz der JUSOS – Sachsen Anhalt Ende Juni in Merseburg hielt Wolfgang Tiefensee, Ex-Bundesminister für Verkehr-, Bau- und Stadtentwicklung eine beeindruckende und motivierende Rede vor den zahlreichen Jungsozialistinnen und Jungsozialisten.

Wolfgang Tiefensee strahlte eine Frische und Vitalität aus und gemahnte alle Anwesenden dazu, die „ermattete“ SPD der letzten Jahre mit neuem Leben zu erfüllen- gerade jetzt in einer Zeit steigender Ungerechtigkeit gegenüber sozial Benachteiligten.

In seinen Ausführungen empfahl er jedem Delegierten wärmstens die Veröffentlichung von Heinz Bude „Die Ausgeschlossenen“. Nach der Lektüre des relativ schmalen Buches kann ich mich dieser Buchempfehlung nur anschließen.

Es ist bedrückend, wie realistisch Bude Tagesabläufe, Gedankengänge und die mangelnden Perspektiven der „Ausgeschlossenen“ in Deutschland seziert und detailreich beschreibt. Seine Ausführungen wirken nie aufgesetzt oder mit „erhobenem Zeigefinger“. Interessant ist die Kombination zwischen sachlicher Analyse und scheinbar perfektem Studium der Sorgen und Ängste der Langzeitarbeitslosen und immer mehr resignierenden Hartz 4 Empfängern, alleinerziehenden Müttern und perspektivlosen Jugendlichen.

Das berühmte Bild der sich weiter öffnenden sozialen Schere zwischen Arm und Reich wird in diesem Werk bewusst brachial, ehrlich und äußerst informativ dargestellt, sodass ich diese Lektüre jedem interessierten Leser uneingeschränkt empfehlen kann.

„Die Ausgeschlossenen“ ist im Verlag Hanser Belletristik 2008 erschienen und umfasst 144 Seiten.

Tobias Kascha, Wernigerode

Veröffentlicht: 22.07.2010 unter Leserbriefe

Leserbrief zum Chaos bei der Deutschen Bahn

Die Bahn kommt! – überhitzt, unterkühlt, voller Chaos
Die vergangenen Tage haben mal wieder gezeigt, dass die Deutsche Bahn an einer kundenorientierten Geschäftstrategie wenig interessiert ist. Oder wie ist es zu erklären, dass nachdem im Winter die Züge auf Grund zugefrorener Hochleitungen und weiterer Malheure nun auch im Sommer nicht in der Lage ist, den vermeintlich extremen Wetterbedingungen stand zu halten. Doch die Ausfälle liegen ganz sicherlich nicht am Wetter. Sie sind zurückzuführen auf eine immer schlechter werdende Wartungsmoral seitens der Deutschen Bahn. Hier vergisst das zuständige Verkehrsministerium manchmal, dass es sich bei der DB doch um ein staatseigenes Unternehmen handelt und man sollte doch annehmen, dass dieses sich dann auch im Mindestmaß den Reisenden unseres Landes verpflichtet fühlen sollte. Doch dem ist nicht so.

Immer wieder hört man von Pannen und Ausfällen bei Zügen aus dem Nah- und Fernverkehr. Wann versteht die Deutsche Bahn endlich, dass man für einen guten Kundenservice und für eine den heutigen Zeiten entsprechende Zuverlässigkeit auch Geld für regelmäßige Wartungen, die zum großen Teil auch gesetzlich vorgeschrieben sind, in die Hand genommen werden muss. Zumal die DB beim Ausfall einer Klimaanlage in einem ganzen Fernverkehrszug auch Leib und Leben ihrer Fahrgäste gefährdet, denn bei über 200 km/h ist es eben nicht möglich das Fenster zu öffnen.

Julia Brandt, Wernigerode

Veröffentlicht: 21.07.2010 unter aus dem Land

Kein Blickwinkel auf Europa und seine Bildungssysteme

mittendorf_160x120In Hamburg wurde am Sonntag, dem 18. Juli 2019, in einem Volksentscheid zur Schulreform über die Einführung der 6-jährigen Primarschule abgestimmt. Die Bürgerinnen und Bürger entschieden sich mehrheitlich für die Beibehaltung der 4-jährigen Grundschule. Dazu erklärt Rita Mittendorf, bildungspolitsche Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Eigentlich erstaunt es schon, dass eine weltoffene und internationale Stadt wie Hamburg in Bildungsfragen so konservativ entscheidet und dabei den Blickwinkel nicht wenigstens auf Europa und seine Bildungssysteme richtet.

Veröffentlicht: 17.07.2010 unter aus dem Land

Tabufreie Diskussion notwendig – Es spricht viel für eine Lehrerausbildung in Magdeburg

mittendorf_160x120Zur Diskussion um die Zukunft der Lehrerausbildung in Sachsen-Anhalt erklärt Rita Mittendorf, bildungs- und wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Wir wissen nicht erst seit heute, dass die Entscheidung der damaligen Landesregierung unter der Ägide des Kultusministers Prof. Olbertz, die Lehrerausbildung aus Magdeburg abzuziehen, falsch war. Vieles spricht für eine Wiederaufnahme der Lehrerausbildung am Standort Magdeburg – zum Beispiel die zu erwartenden Bedarfe an Lehrkräften in den nächsten Jahren.

Vor diesem Hintergrund fordere ich eine tabufreie und vorbehaltlose Diskussion im die Zukunft der Lehrerausbildung an zwei Standorten. Hier ist vor allem die Kultusministerin gefordert, für die offensichtlich vorhandenen Defizite eine Lösung in den Verhandlungen zu den neuen Zielvereinbarungen zu erarbeiten.“